Ausgabe 2 Deutschsprachige Ausgabe Nr. 2 · 1. Jahrgang
Nostr

RUNDSCHAU

Bitcoin · Lightning · KI · Freiheitstechnik · Makro
Freitag, 30. Oktober 2026 Fünf Minuten Lesezeit Preis: ein Zap
01.10. 29.10. Tief 79.713 Hoch 86.480
Bitcoin
78.439
Gold
3.993
WTI
102,86
US 10 J.
4,93 %
In 30 Sekunden
Angriff · Verwahrung

Sechs Milliarden, ein Laptop

KI-Illustration: Servergehäuse mit Statusleuchten im dunklen Raum.
KI-Illustration: Servergehäuse mit Statusleuchten im dunklen Raum.

Es ist der größte Diebstahl aus einer Kryptobörse, den es gegeben hat. Binance beziffert den Schaden am Freitag auf 6,3 Milliarden Dollar. Nach ersten Befunden begann er mit dem Rechner eines Entwicklers, der unter fremde Kontrolle geriet; von dort aus erreichte der Angreifer ein Dienstsystem der Börse und vergab Auszahlungen, die niemand freigegeben hatte.

Die Börse fand nach eigener Darstellung keinen Hinweis auf einen gestohlenen Wallet-Schlüssel. Nach Einschätzung der Analysefirmen TRM Labs und Chainalysis stammt der Angriff aus Nordkorea; betroffen waren Guthaben auf zehn Blockchains, der Großteil des Geldes war in rund zwanzig Minuten verschoben.

Eingefroren ist bislang vor allem, was andere herausgeben. Tether sperrte mehr als 1,567 Milliarden seiner Dollar-Token, Circle mehr als 800 Millionen, Ripple rund 200 Millionen der seinen. Binance nennt 2,54 Milliarden als bestätigt gesperrt, die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von rund drei Milliarden, die bislang gefunden seien. Über den Rest von 3,3 Milliarden gibt es keine Angabe.

Für alle, die ihr Geld selbst verwahren, ist die Lehre unangenehm einfach: Ein Guthaben bei einer Börse ist eine Forderung an ein Unternehmen, ein Schlüssel in eigener Hand ist Eigentum ohne Gegenpartei. Auf der Kette lässt sich jeder Schritt verfolgen, zurückholen lässt sich nichts.

Verwahrung

Nicht deine Schlüssel, nicht dein Geld

KI-Illustration: Stahltür eines Tresors in rohem Beton.
KI-Illustration: Stahltür eines Tresors in rohem Beton.

Wer Guthaben auf einer Börse hält, hält keine Bitcoin, sondern eine Forderung gegen ein Unternehmen. An normalen Tagen ist das bequem und billig; an Tagen wie diesem ist es der ganze Unterschied. Binance hat zugesagt, jeden Schaden aus eigenen Mitteln und aus seinem Sicherungsfonds zu ersetzen — zugesagt, nicht bezahlt.

Der Fall zeigt zugleich, wo bei den Dollar-Token die Macht liegt. Tether, Circle und Ripple konnten Guthaben sperren, weil hinter ihren Token ein Herausgeber steht, der Adressen auf eine Liste setzen kann. Bitcoin hat diesen Schalter nicht. Ein Verlust lässt sich dort auch nicht erstatten — beides gehört zur selben Eigenschaft.

3,3 Mrd.
So viel war nach Darstellung von Reuters am Freitagmorgen nicht wiedergefunden. Eingefroren werden kann nur, was ein Herausgeber selbst ausgibt.

Bitcoin & Netz

Kette, Knoten, Kanäle

Gebühren bei vier Sat

Im Zwischenspeicher des Netzes liegen 61.211 Überweisungen mit zusammen 24 Megabyte. Wer eine Bestätigung in der nächsten Stunde will, zahlt vier Sat pro Vbyte, auf der langsamen Spur zwei. Solche Preise gibt es nur, wenn kaum jemand Platz im nächsten Block braucht.

Die Schwierigkeit sinkt

Beim nächsten Stelltermin in 1.960 Blöcken fällt die Schwierigkeit um geschätzt vier Prozent, wenn es im bisherigen Takt weitergeht. Beim letzten Mal war sie um 5,5 Prozent gestiegen. Sinkt sie, verdienen die verbliebenen Rechner mehr je Einheit Rechenleistung.

Börsen und Firmen im Minus

Die Aktie der Handelsplattform Coinbase verlor im nachbörslichen Handel 4,8 Prozent, die des Bitcoin-Käufers Strategy fast sechs Prozent. Beide Häuser hängen am Handelsvolumen und am Kurs; ein Schlag gegen den größten Wettbewerber trifft die Branche, nicht nur Binance.

KI & Freiheitstechnik

Modelle, Netze, Rechte

Fünf Werte statt Regeln

OpenAI hat am Donnerstag die Verhaltensvorschrift für seine Modelle neu gefasst. Statt vieler Einzelfälle stehen fünf Werte oben: Treue zum Willen des Nutzers, Schadensvermeidung, Ehrlichkeit, Selbstbestimmung, Fürsorge. Die ausführlichen Stilvorgaben fallen weitgehend weg, Regeln für Werkzeuge, Kontext und Aufsicht kommen hinzu.

Ein Viertel weg bei Intel

Die Aktien des Chipbauers fielen im nachbörslichen Handel um 23 Prozent. Das Unternehmen hatte sinkende Erlöse, Engpässe in der Fertigung und einen hohen Verbrauch an Bargeld angekündigt, den der schwache Markt für Bürorechner nicht trägt.

Tor-Browser 16.0

Der Browser ist in Version 16.0 für Rechner und Android erschienen, die erste stabile Fassung auf Basis von Firefox 153. Zwei Tage zuvor hatte das Tor-Projekt eine Sicherheitsfassung seines Servers verteilt, mit drei neuen Abwehren gegen Überlastangriffe.

Makro · Welt

Zinsen, Preise, Börsen

Tokio hält still

Die japanische Notenbank ließ ihren Satz bei 1,25 Prozent, mit acht zu einer Stimme. Der Abweichler Hajime Takata wollte 1,5 Prozent. Zum ersten Mal seit 2013 stellte das Haus fest, die zugrunde liegende Teuerung liege im Rahmen des Ziels von zwei Prozent.

Gold unter vier Tausend

Die Unze kostet 3.993 Dollar und damit 38 weniger als am Vortag, Silber gibt 1,51 auf 50,88 Dollar nach. Für den Markt ist das kein Einbruch, sondern das Ende einer Woche mit sehr hohen Preisen — und für Sparer die Frage, ob die Versicherung noch billig ist.
KI-Illustration: Säulenfassade im kalten Morgenlicht.
KI-Illustration: Säulenfassade im kalten Morgenlicht.

Rendite 4,93 Prozent

Die zehnjährige US-Anleihe rentiert bei 4,93 Prozent, sechs Basispunkte unter dem Vortag. In Deutschland sind es 3,33 Prozent, in Italien 4,51. Der Dollar liegt mit 101,85 Punkten im Index kaum verändert.

Trends auf Nostr

24 Stunden, nach Autoren gezählt

In 24 Stunden liefen 1.976 Beiträge über die öffentlichen Relais, 24 davon auf Deutsch, dazu über tausend Zap-Belege. Nach Autoren gezählt führt #news mit 36 Schreibern, dann #rss und #feeds mit je 25 und #bitcoin mit 15. #crypto kommt auf 108 Beiträge aus wenigen Händen. Solche Zahlen sind Bots, keine Stimmung.

Post des Tages

Deutsche Community, notfalls mit Übersetzung

Die Lachseite

Zum Schluss

Der Laptop vom Donnerstag

Die größte Börse der Welt verliert Milliarden, weil ein Rechner eines Angestellten ferngesteuert wurde. Zwei Jahrzehnte Sicherheitsforschung, und der Weg hinein war ein Gerät, das jemand mit nach Hause genommen hat.

Wer darf einen Namen vergeben

Eine Adresssammlung trägt in der Analyse das Etikett „binance-hacker-1029“. Das Etikett kann jeder anlegen, der Knopf dafür heißt „Clone Entity“. Adressen und Beträge sind Belege, der Name ist eine Zuordnung.

Einundzwanzig Sats

Wer einundzwanzig Sats gibt, meint es ernster als jemand, der auf ein Herz tippt. Einundzwanzig Sats sind bei heutigem Kurs 1,65 Cent — knapp zwei.

Diese Ausgabe ist kostenlos.

Wer sie behalten will, kann sie bezahlen. Jede Ausgabe kostet einen Zap — oder keinen.

mylush268@walletofsatoshi.com
Lightning
Adresse scannen
Quellen: Erklärung der japanischen Notenbank vom 30. Oktober 2026; Berichte von Reuters, CNBC und BBC zum Angriff auf Binance vom 29. und 30. Oktober; Angaben von Binance zu Schaden, Einfrierung und Ablauf; Verlautbarungen von Tether, Circle und Ripple; OpenAI Model Spec vom 29. Oktober; Tor-Browser-Versionshinweise 16.0 vom 29. Oktober; Physical Review E zum Aufbau MultiLev, nach dem Beitrag des Tages; Gebühren und Rückstand des Bitcoin-Netzes aus öffentlicher Netzabfrage; Marktstände aus eigener Abfrage, Stand 30.10.2026, 08:20 Uhr.
Nostr Rundschau · täglich um 08:00 · Freitag, 30. Oktober 2026 Verantwortlich: Roger · npub1dqjq… · freiwilliges Angebot, keine Zeitung im presserechtlichen Sinn. Marktzahlen aus eigener Abfrage, Stand 30.10.2026, 08:20 Uhr. Bilder: eigene KI-Illustrationen.