Ausgabe 3 Deutschsprachige Ausgabe Nr. 3 · 1. Jahrgang
Nostr

RUNDSCHAU

Bitcoin · Lightning · KI · Freiheitstechnik · Makro
Samstag, 31. Oktober 2026 Fünf Minuten Lesezeit Preis: ein Zap
02.10. 31.10. Tief 77.369 Hoch 86.530
Bitcoin
77.229
Gold
3.899
WTI
104,12
US 10 J.
4,93 %
In 30 Sekunden
Märkte · Rechenzentren

Die Rechnung für die Rechenzentren

KI-Illustration: Eisengewicht an einem Stahlseil in einer leeren Betonhalle.
KI-Illustration: Eisengewicht an einem Stahlseil in einer leeren Betonhalle.

Der Technologieindex Nasdaq verlor am Freitag 2,9 Prozent und im ganzen Oktober 5,3 Prozent — der schlechteste Monat seit März 2025. Die Aktie von Intel stürzte um 29 Prozent ab, der Index der Halbleiterwerte um 8 Prozent. Es war kein Ausrutscher, sondern das Ende einer Woche, in der drei große Häuser schlechtere Zahlen vorlegten als erwartet.

Der Streitpunkt ist nicht mehr, ob die künstliche Intelligenz wächst, sondern wer sie bezahlt. Amazon meldete einen sinkenden freien Zahlungsüberschuss, weil das Unternehmen Milliarden in Rechenzentren steckt. Intel senkte den Ausblick und sprach von einer Nachfrage, die kaum zu bedienen sei. Wer baut, trägt das Risiko — nicht der, der die Dienste nutzt.

Auch Gold fiel deutlich: Die Unze kostet 3.899 Dollar, 3,3 Prozent weniger als am Donnerstag. Das passt zu zwei Notenbankern, die am Mittwoch für höhere Zinsen stimmten. Gold zahlt keine Zinsen; werden sie anderswo höher, verliert es im Vergleich. In dieser Woche sucht niemand Schutz dort, obwohl Krieg ist.

Bitcoin hielt dagegen: 77.229 Dollar, kaum verändert zum Vortag, während Börsenaktien zweistellig verloren. Das ist kein Beweis für etwas, aber die Beobachtung des Tages — die Kette lief weiter, als in New York die Lichter ausgingen.

Krieg · Meerenge

Drei Tanker und ein Brief

KI-Illustration: Meerenge in der Dämmerung, ein Schiff am Horizont.
KI-Illustration: Meerenge in der Dämmerung, ein Schiff am Horizont.

Die Huthi im Jemen haben nach eigener Darstellung die größte Raffinerie Saudi-Arabiens angegriffen, Ras Tanura, dazu die Anlage in Rabigh und ein Werk des Staatskonzerns Aramco in Abqaiq. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition meldet, sie habe einen Marschflugkörper abgefangen.

Die Revolutionsgarden im Iran teilen mit, drei Tanker seien südlich der Straße von Hormus auf Seeminen gelaufen, explodiert und in Brand geraten; sie hätten eine nicht zugelassene Route benutzt. Durch diese Meerenge geht ein großer Teil des Öls aus der Region.

Politisch bewegt sich wenig. Ein Brief von Vizepräsident JD Vance an Teherans Sicherheitschef liegt vor; der Iran hat laut der Nachrichtenagentur Tasnim nicht geantwortet und verlangt, dass die USA seine Bedingungen erfüllen. Öl kostet so viel wie seit sechs Monaten nicht: WTI 104,12 Dollar.

15 Prozent
So viel teurer wurde Öl der Sorte WTI im Oktober. Es ist der vierte Monatsgewinn in Folge und der erste Schlusskurs über 100 Dollar seit April.

Bitcoin & Netz

Kette, Knoten, Kanäle

Auszahlungen am Wochenende

Nach dem Angriff auf die Börse sollen Auszahlungen an diesem Wochenende wieder anlaufen. Das Haus beziffert den Schaden auf rund 6,3 Milliarden Dollar; rund 3 Milliarden davon sind auf der Kette eingefroren. Einzahlungen liefen durchgehend weiter. Nach eigener Darstellung fand die Börse keinen gestohlenen Wallet-Schlüssel, sondern einen fremd gesteuerten Entwicklerrechner.

Eine Sat pro Vbyte

Im Zwischenspeicher des Netzes liegen 55.235 Überweisungen mit zusammen 21 Megabyte. Wer eine Bestätigung in der nächsten Stunde will, zahlt eine Sat pro Vbyte — in allen vier Spuren derselbe Preis. Solche Preise gibt es nur, wenn kaum jemand Platz im nächsten Block braucht.

Die Schwierigkeit sinkt

Beim nächsten Stelltermin in 1.800 Blöcken fällt die Schwierigkeit um geschätzt 3,9 Prozent, wenn es im bisherigen Takt weitergeht. Beim letzten Mal war sie um 5,5 Prozent gestiegen. Sinkt sie, verdienen die verbliebenen Rechner mehr je Einheit Rechenleistung.

Börsen im Sog

Die Aktie der Handelsplattform Coinbase verlor 10 Prozent, die des Bitcoin-Käufers Strategy 8 Prozent, die des Dollar-Token-Herausgebers Circle 11 Prozent. Alle drei hängen am Handelsvolumen und an der Stimmung. Ein Schlag gegen den größten Wettbewerber trifft die ganze Branche, nicht nur ihn.

KI & Freiheitstechnik

Modelle, Netze, Rechte

Drei Lücken, eine Maschine

Bitcoin Core hat am Mittwoch drei Sicherheitslücken offengelegt. Zwei davon ließen einen fremden Rechner den Speicher eines Knotens volllaufen und ihn abstürzen; eine traf nur Windows, macOS und BSD, nicht Linux. Auf die Spur kam ein Werkzeug, das Code mit einem Sprachmodell nach Mustern absucht. Behoben sind die Fehler in den Fassungen 32.1, 31.2, 30.4 und 29.5.
KI-Illustration: Mauerwerk mit einem herausgezogenen Stein.
KI-Illustration: Mauerwerk mit einem herausgezogenen Stein.

Gewichte für alle

Das französische Haus Mistral hat am Donnerstag die Gewichte seines Modells Large 4 veröffentlicht: eine Billion Parameter, frei herunterladbar. Auf einem Vergleichstest für Programmieragenten zieht es mit dem bisher besten offenen Modell aus China gleich und verbraucht nach Firmenangaben 47 Prozent weniger Zeichen je Aufgabe. Trainiert wurde es auf einem eigenen Rechenzentrum in Frankreich mit zehn Megawatt Anschlussleistung.

9,8 von 10, kein Patch

Im Linux-Kern steckt eine Lücke, die das Kernteam mit 9,8 von 10 bewertet: Ein Angreifer kann über eine offene Netzwerkverbindung Befehle als Administrator ausführen, ohne sich anzumelden — auf Rechnern, die mehrere Netzwerkpfade annehmen. Der Fehler steckt seit Version 4.4 im Code. Das Frontier Red Team des Hauses Anthropic hat am Dienstag einen passenden Angriff vorgelegt; Ubuntu und Red Hat hatten am Freitag noch keinen korrigierten Kern.

Makro · Welt

Zinsen, Preise, Börsen

Zwei wollten mehr

Die Notenbank der USA ließ den Leitzins am Mittwoch bei 3,75 bis 4 Prozent, mit zehn zu zwei Stimmen. Die beiden Abweichlerinnen Lisa Cook und Beth Hammack wollten ihn um einen Viertelpunkt anheben. In der Erklärung steht, die Teuerung sei weiterhin erhöht. Im September war der Satz bereits um einen Viertelpunkt gestiegen.

Gold unter vier Tausend

Die Unze kostet 3.899 Dollar, 3,3 Prozent weniger als am Donnerstag. Im Januar stand Gold noch über 5.300 Dollar; mehr als ein Viertel des Werts ist seither weg. Ein Ende der Teuerung sieht der Markt nicht — er sieht höhere Zinsen, und die machen das zinslose Metall teuer im Vergleich.

Wahl am Dienstag

Am Dienstag wählen die Vereinigten Staaten ein neues Repräsentantenhaus und einen Teil des Senats. Die Notenbank hatte Änderungen an den Zinsen bis nach der Wahl verschoben. Für die Märkte ist die Frage, ob Washington danach weiter Geld ausgibt oder spart. Die zehnjährige Anleihe rentiert bei 4,93 Prozent, sechs Basispunkte unter dem Donnerstag.

Trends auf Nostr

24 Stunden, nach Autoren gezählt

In 24 Stunden liefen 3.339 Beiträge über die öffentlichen Relais, 25 davon auf Deutsch, dazu 1.049 Zap-Belege. Nach Autoren gezählt führt #news mit 41 Schreibern, dann #rss mit 27, #feeds und #linksharing mit je 25, #bitcoin mit 17 und #nostr mit 13. #crypto kommt auf 165 Beiträge — aus so wenigen Händen, dass es Bots sind, keine Stimmung.

Post des Tages

Deutsche Community, notfalls mit Übersetzung

Die Lachseite

Zum Schluss

Die Nachfrage ist zu hoch

Intel verliert an einem Tag 29 Prozent, nachdem der Vorstandschef erklärt hat, die Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz sei extrem hoch. Ein Problem, das viele Firmen gern hätten.

Neun Komma acht

Der Linux-Kern bekommt 9,8 von 10 für eine Lücke, die seit Version 4.4 im Code steckt. So lange, dass niemand mehr weiß, wer sie hineingeschrieben hat.

Einundzwanzig Sats

Wer einundzwanzig Sats gibt, meint es ernster als jemand, der auf ein Herz tippt. Einundzwanzig Sats sind bei heutigem Kurs 1,62 Cent.

Diese Ausgabe ist kostenlos.

Wer sie behalten will, kann sie bezahlen. Jede Ausgabe kostet einen Zap — oder keinen.

mylush268@walletofsatoshi.com
Lightning
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Quellen: Erklärung der US-Notenbank vom 28. Oktober 2026; Sicherheitshinweise des Bitcoin-Core-Projekts vom 28. Oktober; Mitteilung von Mistral vom 29. Oktober; Berichte von Reuters, CNBC, Bloomberg und Investopedia vom 30. Oktober; Mitteilung von Binance zum Sicherheitsvorfall vom 30. Oktober; Angaben der Revolutionsgarden und der Nachrichtenagentur Tasnim nach Agenturberichten vom 30. Oktober; Rückstand, Gebühren und Stelltermin des Bitcoin-Netzes aus öffentlicher Netzabfrage; Marktstände aus eigener Abfrage, Stand 31.10.2026, 08:20 Uhr.
Nostr Rundschau · täglich um 08:00 · Samstag, 31. Oktober 2026 Verantwortlich: Roger · npub1dqjq… · freiwilliges Angebot, keine Zeitung im presserechtlichen Sinn. Marktzahlen aus eigener Abfrage, Stand 31.10.2026, 08:20 Uhr. Bilder: eigene KI-Illustrationen.