Ausgabe 5 Deutschsprachige Ausgabe Nr. 5 · 1. Jahrgang
Nostr

RUNDSCHAU

Bitcoin · Lightning · KI · Freiheitstechnik · Makro
Montag, 2. November 2026 Fünf Minuten Lesezeit Preis: ein Zap
04.10. 02.11. Tief 77.369 Hoch 86.530
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In 30 Sekunden
Krieg · Dritter Tag in Doha

Reden, solange das Öl fällt

Ein leeres Tanklager in der Morgendämmerung, ein einzelner Arbeiter in orangener Arbeitskleidung zwischen weißen Tanks auf nassem Asphalt.

Öl ist am Morgen 3,3 Prozent billiger geworden: Ein Fass der Sorte WTI kostet 100,69 Dollar, Brent 110,20. In Doha verhandelt eine iranische Delegation den dritten Tag mit katarischen Vermittlern über einen Plan, der die Straße von Hormus binnen zwei Tagen wieder öffnen soll. Irans Außenminister Abbas Araghchi nennt Bedingungen: Sanktionen aufheben, die im Juni erteilten Öl-Ausnahmen wiederherstellen, weniger US-Truppen in der Region, die von Iran und Oman festgelegten Schifffahrtsrouten anerkennen und ein Ende der Kämpfe an allen Fronten, auch gegen den Libanon.

Politisch stehen Drohung und Gespräch nebeneinander. Trump sagt, die Gespräche liefen gut, er habe es nicht sehr eilig, und die USA hätten noch Ziele zu erledigen. Außenminister Marco Rubio erklärte am Samstag, es sei keine Entscheidung gefallen. Ein Bericht vom Sonntag besagt, Netanjahu habe in einem Telefonat am Samstag auf Angriffe kurz nach der Wahl gedrängt; Trump habe der Diplomatie den Vorzug gegeben. Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei droht mit neuer Bewaffnung.

Der Markt liest das als Entspannung, nicht als Frieden. Die Öl-Allianz OPEC+ ließ am Sonntag ihre Fördermenge für Dezember unverändert. Der Analyst Tim Waterer verweist darauf, dass es über das Wochenende keine Militäraktion gab; bleibe die Rhetorik hart, seien für Brent wieder 120 Dollar möglich. Die ING fragt in einer Notiz, ob die Risikoprämie nach der Wahl abgebaut wird oder bleibt.

Zwei Preise hängen an diesem Dienstag: Öl und die Risikoprämie. Sinkt sie nach der Wahl, wird Energie billiger und der Inflationsdruck ruhiger. Steigt sie, steht Brent schnell wieder bei 120 Dollar. Der Abschlag von heute ist eine Wette auf die Wahl, nicht auf den Frieden.

Sicherheit · Bundestag

Eine Nachricht von Apple

Ein ausgeschaltetes Smartphone liegt mit dem Display nach oben auf einem zerkratzten Holztisch, daneben ein aufgerolltes schwarzes Kabel, hartes Seitenlicht.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat am Sonntag bestätigt, dass Geräte von Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern Ziel eines Hackerangriffs waren. Es gehe um eine Mitteilung von Apple, wonach bestimmte Geräte womöglich mit Spähsoftware befallen seien, sagte der CDU-Politiker im ARD-Hauptstadtstudio. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik habe alle Betroffenen schriftlich informiert.

Dem Schreiben zufolge, über das das ARD-Hauptstadtstudio berichtet, erhalten iPhones seit dem 29. Oktober Bedrohungsbenachrichtigungen von Apple. Darin ist von Mercenary Spyware die Rede — professioneller Spähsoftware, die Firmen an Staaten verkaufen. Das Amt schreibt, es habe keine weiteren Informationen zu Ursache und Hintergrund, und empfiehlt, das Gerät vorsichtshalber als befallen zu behandeln. Apple bezeichnet solche Warnungen als sehr verlässlich; ob ein Angriff gelang, sagen sie nicht.

Was das praktisch heißt: Nach Darstellung des Amtes kann solche Software Nachrichten lesen, auch in verschlüsselten Anwendungen, dazu Telefonate, Kontakte, Kalender und Standortdaten abgreifen sowie Mikrofon und Kamera einschalten. Verschlüsselung schützt den Transport; sie schützt nicht das Gerät, auf dem der Text am Ende steht.

29. Oktober
Seit diesem Tag verschickt Apple die Warnungen an iPhones von Abgeordneten und Regierungsmitgliedern. Wie viele Geräte betroffen sind und wer dahintersteckt, sagt bislang niemand.

Bitcoin & Netz

Kette, Knoten, Kanäle

Drei Prozent Polster

Strategy hält nach der letzten Meldung 848.517 Bitcoin, gekauft für 64,02 Milliarden Dollar — ein Schnitt von 75.446 Dollar je Stück. Beim Kurs von 78.085 liegen darauf noch 2,2 Milliarden Dollar Gewinn, 3,5 Prozent. Im dritten Quartal wies das Unternehmen 19,53 Milliarden Dollar Nettogewinn aus, fast alles Buchgewinn aus dem eigenen Bestand. In diesem Jahr hat es bereits Bitcoin für 431,8 Millionen Dollar verkauft, um Vorzugsdividenden zu zahlen.
Eine schwere Betonplatte ruht auf drei kurzen Ziegelstapeln in einer leeren Werkstatt, ein Ziegel ist am Rand gesprungen.

3,64 Milliarden in neun Stunden

Binance hat am Sonntag ab 15 Uhr die Auszahlungen wieder geöffnet; bis 21:36 Uhr liefen alle 15 Netze der ersten Stufe. Bis 0:30 Uhr gingen 4,649 Milliarden Dollar hinaus und 1,01 Milliarden herein — netto 3,64 Milliarden, 2,1 Prozent der Einlagen von 171 Milliarden. Die Börse spricht von 90 Prozent ersetzter Werte und will heute einen Reservebericht mit Null-Wissen-Beweis veröffentlichen.

Der Pool schließt

Zum 10. November, 7 Uhr UTC, stellt Binance seinen Mining-Pool ein, samt Cloud Mining, Pool Savings und dem Transaction Accelerator. Die Ankündigung stammt von Mitte Oktober. Für Miner heißt das: Guthaben und Konfiguration vorher sichern, danach ist der Dienst weg.

KI & Freiheitstechnik

Modelle, Netze, Rechte

Was Claude nicht mehr darf

Anthropics Nutzungsregeln gelten ab dem 12. November in neuer Fassung. Überwachung ist genauer gefasst: Menschen ohne Einwilligung zu verfolgen ist verboten, live wie durch die Auswertung alter Daten; das Modell darf nicht empfehlen, wen Ermittler untersuchen, festnehmen oder anklagen. Das Waffenverbot schließt jetzt Software und Bauteile ein, ebenso das Bewaffnen von Drohnen. Das pauschale Verbot personalisierter Wahlwerbung fällt weg.

Die Spitze wechselt im Wochentakt

Google hat am 28. Oktober mit Gemini 4 Carbon ein neues Modell vorgestellt, zwei Wochen nach dem Vorgänger, und führt damit die Rangliste von Artificial Analysis an. Stärken laut Unternehmen: Cybersecurity und lange Aufgabenketten. Nutzen dürfen es zunächst nur ausgewählte Verteidiger; einen Termin für alle nennt Google nicht.

Ein Gedicht aus dem Orbit

Googles Versuchssatellit aus dem Projekt Suncatcher hat erste Daten zur Erde geschickt, die an Bord entstanden sind: Das Modell Gemma 4 schrieb im All ein Haiku, das auf der Erde empfangen wurde. Der Satellit ist der Test dafür, ob Rechenzentren im Orbit taugen — Strom gibt es dort oben reichlich, Kühlung nicht.

Der digitale Euro bekommt Leitungen

Die Notenbank der Euro-Zone hat am 30. Oktober zwei Zehnjahresverträge für die zentralen Netzdienste des digitalen Euro vergeben: an Nexi mit der Deutschen Telekom und an Telefónica mit Indra. Die Doppelvergabe soll Ausfälle auffangen. Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen, nicht ersetzen; der Rechtsrahmen wird noch verhandelt.

Makro · Welt

Zinsen, Preise, Börsen

Am Dienstag wird gewählt

Die USA wählen am Dienstag den Kongress. Die Demokraten brauchen vier Sitze für die Mehrheit im Senat, weil Vizepräsident JD Vance bei 50 zu 50 entscheidet; im Repräsentantenhaus gelten sie als klarer Favorit. Zwei Prognosemodelle geben ihnen 95,1 und 80 Prozent für das Repräsentantenhaus, für den Senat 77,7 und 60 Prozent. Acht Senatsrennen liegen in Umfragen innerhalb von vier Punkten.

Fünf Komma fünf Cent je Gigabyte

Frankreichs Sozialisten wollen eine Abgabe auf ausgelieferte Datenmengen: 5,5 Cent pro Gigabyte an französische Nutzer, geschätzt bis zu 10 Milliarden Euro im Jahr. Treffen soll es vor allem die großen Plattformen. Abgestimmt wird Anfang November. Der Entwurf lässt offen, wer genau zahlen muss — dagegen regt sich Widerstand.

Gold dreht wieder

Die Unze kostet 3.916,40 Dollar, 0,45 Prozent mehr als am Freitag; Silber legt zwei Prozent auf 50,26 Dollar zu. Bei den Anleihen bleibt der Abstand zwischen Italien und Deutschland: 4,53 gegen 3,32 Prozent, ein Aufschlag von 1,2 Punkten. Die US-Rendite für zehn Jahre liegt bei 4,93 Prozent.

Trends auf Nostr

24 Stunden, nach Autoren gezählt

In 24 Stunden liefen 4.768 Beiträge über die öffentlichen Relais, 38 davon auf Deutsch, dazu 1.001 Zap-Belege. Nach Autoren gezählt führt #news mit 43 Schreibern. Danach wird die Liste unbrauchbar: Ein einziger Verteiler-Tag kommt auf 2.648 Beiträge von 2.648 verschiedenen Konten — jedes genau einmal. Das ist keine Debatte, das ist eine Zustellung.

Post des Tages

Deutsche Community, notfalls mit Übersetzung

Die Lachseite

Zum Schluss

TraderTraitor

Die US-Bundespolizei macht die Gruppe TraderTraitor für den Angriff auf Binance verantwortlich und bittet Unternehmen, Transaktionen über bestimmte Adressen zu blockieren. Der Name klingt nach einem schlechten Film; dahinter steht ein Trupp, den Beobachter seit Jahren Nordkorea zuordnen.

Der Player zahlt mit

Der Mediaplayer VLC fürchtet Kosten von über einer Million Euro im Jahr, sollte die französische Abgabe kommen — weil der Entwurf nicht sauber abgrenzt, wer zahlt. Eine Steuer auf ausgelieferte Daten trifft dann auch ein Programm, das vor allem Dateien abspielt, die längst auf der Platte liegen.

Einundzwanzig Sats

Wer einundzwanzig Sats gibt, meint es ernster als jemand, der auf ein Herz tippt. Einundzwanzig Sats sind bei heutigem Kurs 1,64 Cent.

Diese Ausgabe ist kostenlos.

Wer sie behalten will, kann sie bezahlen. Jede Ausgabe kostet einen Zap — oder keinen.

mylush268@walletofsatoshi.com
Lightning
Adresse scannen
Quellen: Berichte von Reuters, Al Jazeera, Axios (über Anadolu), Bloomberg und Bol News vom 1. und 2. November zu den Gesprächen über Iran und zum Ölpreis; Mitteilung der Öl-Allianz OPEC+ vom Sonntag; ARD-Hauptstadtstudio und Stern zur Apple-Warnung und zum Schreiben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik; Quartalsbericht und Börsenmitteilung von Strategy; Mitteilungen von Binance zum Sicherheitsvorfall, zur Wiederaufnahme der Auszahlungen und zum Ende des Mining-Pools; Bericht von CoinPost zu den Mittelabflüssen; Nutzungsregeln von Anthropic in der ab 12. November geltenden Fassung; Blog von Google DeepMind zu Gemini 4 Carbon, Berichte zu Project Suncatcher; Bekanntmachung der Europäischen Zentralbank zur Vergabe der Netzdienste vom 30. Oktober; Bericht von heise online zur französischen Abgabe und zu den Speicherpreisen; Prognosen von Silver Bulletin, Decision Desk HQ und VoteHub nach Newsweek; Börsen in Tokio, New York und Frankfurt nach Börsenberichten; Marktstände aus eigener Abfrage, Stand 02.11.2026, 08:01 Uhr.
Nostr Rundschau · täglich um 08:00 · Montag, 2. November 2026 Verantwortlich: Roger · npub1dqjq… · freiwilliges Angebot, keine Zeitung im pressrechtlichen Sinn. Marktzahlen aus eigener Abfrage, Stand 02.11.2026, 08:01 Uhr.